Titelreportage
Erschienen in: S&I April 2009, S. 26
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„Innovationen sind möglich“

S&I: Lichtschranke und Lichtgitter klingen nach sehr ausgereiften Produkten. Was kann man da eigentlich noch verbessern?

In welchen Bereichen?

Zum einen Kundenfreundlichkeit bei Inbetriebnahme und Nutzung. Was Sie von der Konsumgüterindustrie kennen, dass Produkte intuitiv handhabbar sein müssen, das erwartet man nun auch von Industriekomponenten. Easy to integrate, easy to install ist die Devise. Das Zweite ist Effizienz in Bezug auf Logistik und Lagerhaltung.

Aber Lichtgitter werden doch einmal montiert und dann müssen sie nur noch funktionieren. Was ist da einfacher zu machen?

Zunächst einmal ist die Erstinstallation ein wichtiger Schritt: Wenn Sie nicht jedesmal die Betriebsanleitung studieren müssen, um zu wissen, wie man das Gerät montiert, ist das schon ein Vorteil. Vor allem wenn Sie eine komplexe Anlage in Betrieb nehmen mit sehr vielen Komponenten, sollte die Montage intuitiv gehen. Wenn die Anlage dann läuft ist oft eine Visualisierung gewünscht – der Werker will wissen: funktioniert die Sicherheitstechnik überhaupt? Er greift heute ja meist in ein schwarzes Loch. Die Absicherung erfolgt mit Infrarotstrahlen, die sieht er nicht. Er weiß nicht sicher, ob er nicht doch in Gefahr ist, wenn er seine Hände da hinein steckt. Deshalb haben wir die Visualisierung mit beidseitigen Grün-Rot-LEDs deutlich verstärkt. Auch im eingebauten Zustand, dort wo das Lichtgitter vor mechanischen Einwirkungen geschützt ist, lässt sich dadurch eine eindeutige Visualisierung von Betriebsbereitschaft und Betriebszustand erreichen.

Warum wird die Installation Ihres neuen Lichtgitters für den Maschinenbauer einfacher?

Zunächst einmal legen wir Dokumentationsunterlagen bei, die ihm helfen, das Produkt sehr schnell zu verstehen. Wir arbeiten multimedial mit Animationen, in denen man die Funktion des Produkts sehen kann. Das legen wir dem Produkt auf einer CD bei. Es werden Videos folgen, wo man auch sehen kann, wie das Produkt montiert wird. Außerdem helfen wir dem Monteur durch das Produktdesign. Wir haben beim neuen Minitwin vorne eine asphärische und hinten eine gerade Seite. Man erkennt intuitiv: die gerade Seite kommt an die Maschine. Auch die Montagetechnik ist so gestaltet, dass man sehr leicht erkennen kann, wie das Produkt zu montieren ist. Wir haben zudem eine Ausrichtanzeige in LED-Technik integriert, verwenden Standard-M-12-Steckverbinder und schreiben die Pin-Belegung auf das Produkt. So haben Sie die Möglichkeit, die Lichtgitter sehr leicht in Betrieb zu nehmen, ohne die Betriebsanleitung zu konsultieren.

Für wen haben Sie den Minitwin entwickelt? Wo ist der Zielmarkt für dieses Produkt?

Die Hauptstoßrichtung ist im Bereich Part-Supplier zu sehen, wo man viele kleine Handlingmaschinen und stark optimierte Abläufe bei den Prozessen hat. Dort können wir einiges über die Bauform und die einfache, kleinteilige Kaskadierung der Elemente beitragen. Das zweite ist die Elektronik-Industrie, etwa an Load-Ports oder Wafer-Handlern. Und natürlich der Sondermaschinenbau, die müssten auch ein hohes Interesse an dem Produkt haben.

Wenn Ihr kleines Gerät so pfiffig ist, wer soll denn dann noch die großen Dinger nehmen?

Das entscheidet der Anwender nach Applikation. Wenn er große, robuste Produkte wählt, dann hat er Lichtgitter oder -schranken oft im Feld oder vor der Maschine stehen. Damit nicht jede Berührung das Gerät zerstört. Wenn er es aber elegant in die Maschine integrieren will, dann nimmt er die neuen kleinen.

Sender und Empfänger in einem Gerät: Wird das teurer?

Im Prinzip nicht, weil es sich ja aufteilt. Sie haben ja bei Standard-Geräten auch das Sender-Empfänger-Prinzip. Sie haben die Komponenten heute in zwei Stangen verteilt, das wird beim Minitwin auf zwei Stangen halbiert und das gibt wieder eine ganze.

Die Wirtschaftskrise zwingt vielerorts dazu, auf die Kostenbremse zu treten. Was sind für Maschinenbauer und Anwender die Gründe, ein solches neues, unter Umständen doch teureres Produkt einzusetzen?

Wir gehen davon aus, dass gerade jetzt jeder eine umfassende Kostenrechnung aufmacht und die Total Cost of Ownership ausrechnet. Also Beschaffung und Lagerhaltung analysiert, über Servicekosten nachdenkt. Wenn man nur den Preis der Komponenten betrachtet, ist der Mehrwert nicht ersichtlich. Aber wenn Sie alles zusammenrechnen: Sie sparen Logistikkosten, weil es nur noch ein Element gibt, Sie erhalten eine sehr einfache Anschlusstechnik über M12-Kabel, die überall verfügbar sind. Über nahtlose Kaskaden ist das System leicht erweiterbar, die Sicherheitsabstände stimmen dabei immer auch an den Kanten. Die einfache Verdrahtung zwischen den Geräten vereinfacht die Inbetriebnahme und auch im Servicefall spart man Zeit und damit verringert sich die Standzeit, was ein erheblicher Kostenfaktor ist.

Wann sind die neuen Geräte erhältlich?

Die Lichtgitter der Serie Minitwin sind verfügbar ab Mai.

Das hört sich ja vieversprechend an. Wieviel Innovationsvorsprung haben Sie damit?

Das hängt immer davon ab, wie fleißig die anderen sind und wie gut wir mit Patenten geschützt sind. Von der Bauform sind wir glaube ich zwei Jahre vorne, die Twin-Technologie haben wir über Patente gesichert, da hoffen wir, dass wir länger einen guten Schutz haben.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

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